Sexueller Missbrauch an Jungen: Die Mauer des Schweigens


 
Für Betroffene absolut nicht empfehlenswert
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Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Sexueller Missbrauch an Jungen: Die Mauer des Schweigens (Broschiert) Das vorliegende Buch ist eine komplette Überarbeitung des Buches Auch Indianer kennen Schmerz - Sexuelle Gewalt gegen Jungen (© KiWi 1995), welches D. Bange mit Ursula Enders schrieb (nähere Informationen siehe Rezension des Buches). Die Überarbeitung besteht darin, dass D. Bange das Buch neu strukturiert und in allen Themenbereichen aktuelle wissenschaftliche Forschungsergebnisse eingearbeitet hat.

In Kapitel 3 (Was ist sexueller Missbrauch an Jungen?) schreibt D. Bange anstatt kurz und knapp zu benennen, was sexueller Missbrauch ist, dreieinhalb Seiten über Definitionen sexuellen Missbrauches, die den Leser verwirrt zurücklassen.

Das Kapitel 4 (Pädosexualität ist sexueller Missbrauch) schafft weitere Verwirrung: Zunächst stellt er fest, dass es besser sei, statt den Begriff Pädophilie den Begriff Pädosexualität zu benutzen, da Pädophilie "ursprünglich soviel wie Kinderfreund" (S. 26) bedeutet (griechisch: pais - Knabe, Kind; philia - Freundschaft). Zwar benennt er in der Überschrift, dass Pädosexualität sexueller Missbrauch ist, die Verwendung des Wortes suggeriert jedoch in Analogie zu den Worten Heterosexualität und Homosexualität, dass es sich um eine Form der sexuellen Orientierung handelt. Im Verlauf des Kapitels positioniert sich D. Bange im Gegensatz zum Vorbuch deutlicher bezüglich Zitaten und Veröffentlichungen von offensichtlich pädophilen Autoren, indem er deren Argumente und Studien widerlegt und ihre Aussagen als Versuch der wissenschaftlichen Legitimation von Pädophilie enttarnt. Wieder gibt es jedoch einige Passagen, in denen er die Argumente von Padophilen und damit die Bagatellisierung sexuellem Missbrauches unkommentiert übernimmt und stehen läßt. Wie bereits im Vorbuch übernimmt er die durch Pädophile verbreitete Sichtweise, dass Kinder sexuelle Bedürfnisse haben bzw. überhaupt Sexualität leben.

Im letzten Unterkapitel Beendigung der Therapie (S. 147) schreibt D. Bange: "Allerdings ist eine endgültige Aufarbeitung eines sexuellen Missbrauches nicht möglich.", was für jemanden wie ihn, der keine therapeutische Ausbildung hat, eine Anmaßung ist und Betroffene resigniert und verzweifelt hinterläßt.

Insgesamt ist das vorliegende Buch eine wissenschaftliche Abhandlung mit über 350 Zitaten aus der wissenschaftlichen Literatur. Wenn diese Zusammenfassung den aktuellen Forschungsstand über das Thema sexueller Missbrauch an Jungen wiedergeben soll, dann wird daran deutlich, dass ein solches Thema nicht über Studien zu erfassen ist und weiterhin Argumente pädophiler Autoren, die sexuellen Missbrauch bagatellisieren, als wissenschaftlich anerkannt gelten. Damit ist das Buch allenfalls für Menschen geeignet, die sich darüber ein Bild machen wollen. Betroffenen jedoch kann es aufgrund der Verwirrungen, fehlenden Positionierung des Autors und der resignativen Botschaft am Ende keinen Halt geben.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 6. Juli 2010
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